Ein kleiner Überblick der Geschichte von der Wiesenmühle

Jean Mayer

1880 übernahm Jean Mayer durch einen Erbschaftsvertrag die Wiesenmühle. Er war mit Anna Maria Herberg verheiratet die  in Albig geboren wurde. Aus der Ehe gingen 6 Kinder hervor (5 Mädchen und 1 Junge).

Jean schaffte es die Mühle in einen gut laufenden Betrieb zu verwandeln, das geht aus seinem Mahlbuch (Geschäftsbuch) hervor, dass im Original vorliegt. Der  Betrieb wurde durch den Zukauf von Äckern vergrößert so das im gesamten, dann in der Gemarkung Kettenheim ca.6, 2 ha und nochmals ca.3, 5 ha in Alzey zum Betrieb gehörten. Des Weiteren gehörten noch Anteile an einem Schälwald in Bayern zum Vermögen.

Das Leben

Auf der Mühle gab es sehr viel Arbeit, so dass dort zu jener Zeit bis zu 20 Personen beschäftigt waren. Sein einziger Sohn Georg Johannes Mayer konnte sich aufgrund einer körperlichen Behinderung nicht um den Betrieb kümmern / nicht übernehmen. Zu seinem kostspieligen Hobby zählte die gerade entstandene Fotografie mittels Glasplatten. Diese sind im Original erhalten und zeigen eindrucksvoll das Leben der  Familie um 1900.

Die Nachfolger

Leider verstarb er bereits 1918 bei der großen Grippewelle nach dem 1 Weltkrieg. Bis zum Tode von Jean Mayer im Jahre 1926 lenkte er die Geschicke der Wiesenmühle-einen Nachfolger gab es leider nicht und so war der Untergang des Gewerbebetriebes der Müllerei in der Wiesenmühle besiegelt. Drei der 5 Geschwister Mayer lebten und arbeiteten bis zu ihrem Tod in der Wiesenmühle. Das waren Maria Margaretha, Jacobine und Cäcilia. Diese führten ein sehr zurück gezogenes Leben.

Bis Heute

Die Geschwister betrieben die Wiesenmühle und schroteten noch Viehfutter für das Dorf Kettenheim.

Bezugsscheine aus der Zeit des 2. Weltkrieges belegen dies. Während der großen Unwetterserie die Rheinhessen, im Frühjahr 1949 heimsuchte und ganz Kettenheim überschwemmte, hatte man schnell die Wiesenmühle als Schuldigen für das Desaster ausgemacht.

Woraufhin sich 9 junge Kettenheimer  aufmachten um auf Geheiß des damaligen Bürgermeisters das Wehr zu zerstören. Die Mayers klagten auf Wiederherstellung des Wehres und Schadensersatz. Leider ist über die Einigung nichts überliefert. Fakt ist aber, dass das Wehr bis heute nicht wieder hergestellt worden ist.1954 entledigte man sich endgültig dieses  Problems: Während der Flurbereinigung wurde der Bach verlegt so das dieser zwar das Grundstück begrenzt leider weiter im Tal.!

Versuche das rückgängig zu machen sind bis heute gescheitert….